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Die Zecken sind los!

Hallo liebe Leser

 

Gestern (20. Februar) hat mein Hund die erste Zecke der Saison mit nach Hause getragen. Meinen Hund schütze ich mit „Nex Gard“ Tabletten vom Tierarzt vor den lästigen Blutsaugern. Ja auch Hunde können sich mit Borreliose infizieren. Wie aber schützt sich der Mensch? Und wo liegt eigentlich das Problem mit den Zecken?

 

Beginnen wir mit dem Wichtigsten: der Vorbeugung vor Zeckenstichen

1.      Nach dem Besuch in der Natur direkt duschen und die Kleider in die Wäsche stecken. Die Zecken suchen nämlich erst mal eine Weile bevor sie zustechen. Diese Zeitspanne können wir nutzen um sie abzuspülen.

2.      Lange Kleider tragen und die Hosen in die Socken stecken. Sind die Kleider hell, findet man die Zecken auch unterwegs rasch und kann sie sofort entfernen.

3.      Es gibt Insektizide, welche man zusätzlich auf die lange Kleidung aufsprühen kann.

4.      Nach dem Aufenthalt im Freien und nach der Dusche, den Körper zusätzlich nach Zecken absuchen. Gefundene Zecken möglichst schnell entfernen, danach die Stichstelle desinfizieren. Es besteht die Annahme, dass die Zecken erst nach 24 Stunden ihre Stoffwechselprodukte mit den Krankheitserregern abgeben. Sofern dies wirklich stimmt, macht eine sofortige Suche und Entfernung extrem viel Sinn.

5.      Haustiere (z. B. Hunde, Katzen oder Pferde) sollten ebenfalls auf Zecken abgesucht werden.

6.      Was Zecken gar nicht riechen mögen: Sprays oder Lotionen, die ätherische Öle aus Anis, Lavendel, Rosmarin, Teebaum, Citronella oder Patchouli enthalten, irritieren und vertreiben die Insekten, müssen jedoch stündlich aufgetragen werden, um ihre Wirkung voll zu entfalten. Alternativ hält der Verzehr von einer Knoblauchzehe vor dem Waldspaziergang die Zecken fern.

 

Wo sich Zecken aufhalten

Früher hiess es oft, Zecken würden von Bäumen auf ihre Opfer springen. Heute weiss man, dass Zecken nicht in der Lage sind, ihr Ziel so präzise anzuspringen. Vielmehr warten sie an Büschen, im Gras, im Laub auf dem Boden oder auch im Garten-Rasen auf Ihren nächsten Wirt. Streicht ein Hosenbein, eine Wade oder eine Hand an ihnen vorbei, halten sie sich daran fest und beginnen eine geeignete Stichstelle zu suchen.

 

Der Zecke liebstes Plätzchen

Die Plagegeister mögen es ungestört und warm. Körperfalten unter den Armen, zwischen den Beinen oder den Kniebeugen mögen sie besonders. Aber auch hinter Ohren, unter dem Hosenbund oder dem BH-Träger sind sie zu finden.

 

Entfernen

Die fachgerechte Entfernung der Zecke ist entscheidend: Findet sich eine Zecke, so ist es wichtig, diese mit einem geeigneten Werkzeug (Zeckenzange) ruhig und ohne Hinzunahme von Ölen oder anderen Substanzen zu entfernen. Quetschen, Drehen und Drücken des Tierkörpers sind unbedingt zu vermeiden, weil dies zum Ausscheiden von Stoffwechselprodukten und den Krankheitserregern führt. Im Zweifelsfall sollten Heilpraktikerin oder Arzt zur Entfernung und Wundversorgung aufgesucht werden.

 

Von Zecken übertragene Krankheiten

Ich gehe in diesem Blog-Beitrag nicht auf die Alternativ- und Komplementärmedizinischen Behandlungsmöglichkeiten bei Erkrankungen durch Zecken ein. Diese werden zu einem späteren Zeitpunkt in einem separaten Betrag gewürdigt.

 

Borreliose

Borrelien sind Bakterien, welche durch den Stich der Zecke übertragen werden. Gegen Bakterien kann man sich (im Gegensatz zu Viren) nicht impfen. Dafür töten Antibiotika – zumindest in der Theorie – Bakterien ab. Häufig hört man aber von Betroffenen, dass die Antibiotikatherapie nicht wirklich zum Erfolg führt und die Symptome einer Borreliose nicht verschwinden. Laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) sind in der Schweiz rund 5 bis 30 % (stellenweise bis zu 50 %) der Zecken mit dem Bakterium Borrelia burgdorferi infiziert. Das BAG geht von 10 000 an Borreliose erkrankten Personen jährlich aus.

 

Symptome bei Borreliose:

Vom Borrelia-Bakterium gibt es mehrere Arten. Je nach Art werden im Verlauf der Erkrankung verschiedene Organe betroffen. Erstes Symptom der Erkrankung kann eine örtliche Rötung an der Stichstelle sein, die sich ausdehnt und ringförmig wird. Es wird von manchen betroffenen Menschen aber auch berichtet, dass sie keinerlei Rötungen beobachten könnten. Innerhalb von Tagen bis Wochen verschwindet die Rötung wieder. Bei einem Teil der Erkrankten kommt es nach Wochen, Monaten oder gar Jahren zu einem zweiten Stadium, während dem die Gelenke, das Nervensystem, die Haut und selten das Herz befallen werden können. Eine Borrelieninfektion kann durch die Gabe von Antibiotika behandelt werden. Unerkannt oder ungenügend behandelt, können sich als Folge einer Borreliose bleibende Behinderungen ergeben.

 

Hirnhautentzündung / Frühsommer-Meningoenzephalitis FSME

Die FSME wird durch Viren ausgelöst, weshalb man sich gegen FSME impfen kann (hingegen wirken hier bei einer tatsächlichen Erkrankung Antibiotika nicht). Laut dem BAG schwanken seit 2005 die Fallzahlen in der Schweiz zwischen 100 und 250 Fällen pro Jahr. Die FSME ist somit weit weniger häufig als die Borreliose.

 

Symptome bei FSME-Infektion:

Sieben bis vierzehn Tage nach dem Stich einer infizierten Zecke kann es zu einer ersten Krankheitsphase mit grippeartigen Symptomen kommen. Beim Grossteil der Patienten treten jedoch keine Krankheitszeichen auf. Bei 5 bis 15 % der Erkrankten kommt es nach einem beschwerdefreien Zeitraum zum Befall des zentralen Nervensystems mit Symptomen wie Kopfschmerzen, Lichtscheu, Schwindel, Konzentrations- und Gehstörungen. Diese können Wochen bis Monate andauern. Bei einem Teil der Patienten können Lähmungen der Arme, Beine oder Gesichtsnerven auftreten und zu bleibenden Behinderungen führen. In zirka 1 % der Fälle mit neurologischen Symptomen führt die Krankheit zum Tod.

Weitere Erkrankungen

Neben Borreliose und FSME können Zecken auch die viel selteneren Krankheiten Ehrlichiosen und Rickettsiosen übertragen. Während FSME durch ein Virus ausgelöst wird, werden die anderen drei Krankheiten durch Bakterien verursacht. Bei den Ehrlichien- und Rickettsien-Bakterien gibt es mehrere Gruppen, die verschiedene Krankheitsbilder hervorrufen.